Champagne RÉGIS POISSINET
Natur & Energie
Zwischen den sanften Hängen des Vallée de la Marne, dort wo sich kalkhaltige Böden mit lehmigen Einschlüssen abwechseln und der Fluss das Licht in breiten Schleifen reflektiert, liegen die Parzellen von RÉGIS POISSINET. Cuchery, Baslieux, Leuvrigny, Troissy und Mareuil-le-Port – Orte, die nicht laut auftreten, sondern über Generationen gewachsen sind. Die Landschaft ist offen, bewegt, von Wind und wechselndem Licht geprägt. Seit 1947 ist das Gut in Familienbesitz, 35 Parzellen auf sieben Hektar, ein Mosaik aus unterschiedlichen Expositionen und Bodenstrukturen. Der Pinot Meunier dominiert, ergänzt durch Chardonnay und Pinot Noir. Keine große zusammenhängende Fläche, sondern viele einzelne Stimmen, die gemeinsam ein Bild ergeben.
Régis Poissinet ist mit diesen Weinbergen aufgewachsen. Früh entschied er sich, das Handwerk von Grund auf zu erlernen. Schon als Jugendlicher arbeitete er als Erntehelfer, beobachtete unterschiedliche Anbaumethoden, hörte Winzern zu, stellte Fragen. Über Jahre hinweg sammelte er Erfahrungen in verschiedenen Häusern, wog Arbeitsweisen ab, erkannte Stärken und Grenzen klassischer Methoden. Als er 2011 das Familiengut übernahm, war die Entscheidung gereift, nicht einfach fortzuführen, sondern neu auszurichten. Mit ihm begann ein kultureller Wandel, getragen von Überzeugung und Geduld. Unterstützt von seinem Schwiegersohn David stellte er konsequent auf biologisch-dynamische Bewirtschaftung um. Nicht aus Ideologie, sondern aus der Einsicht, dass sich Terroir nur dann präzise ausdrücken kann, wenn Boden, Pflanze und Mensch in einem lebendigen Austausch stehen.
Herbizide verschwanden, stattdessen entstand ein geschlossener Kreislauf aus eigenem Kompost, organischem Material und sorgfältiger Bodenpflege. Fauna und Flora dürfen sich frei entfalten, Mikroorganismen beleben die Böden und fördern die Durchlässigkeit. Die Wurzeln der Reben finden wieder Tiefe, die Böden Struktur. Selbst das Pferd kehrte in die steilen Parzellen zurück – nicht als folkloristisches Symbol, sondern als bewusst gewähltes Werkzeug, um den Boden zu belüften und seine natürliche Dynamik zu erhalten. Für Poissinet ist die Rebe kein Produktionsmittel, sondern ein lebendiges Bindeglied zwischen Himmel und Erde. Ihre Wurzeln tragen die Mineralität des Bodens nach oben, ihre Blätter fangen das Licht ein. Geduld, Aufmerksamkeit und Demut sind dabei keine Begriffe, sondern tägliche Praxis im Weinberg.
Auch im Keller bleibt diese Haltung spürbar. Gepresst wird behutsam, teils in traditionellen Korbpressen. Die Gärung erfolgt mit natürlichen Hefen, der Ausbau überwiegend im Holz. Eingriffe werden auf das Notwendige reduziert. „Begleiten statt eingreifen“ beschreibt seine Arbeitsweise präzise. Jeder Tank, jedes Fass verlangt Aufmerksamkeit. Nicht Kontrolle steht im Vordergrund, sondern das Zuhören. Zeit ist dabei kein kalkulierter Faktor, sondern Voraussetzung: Sechs bis acht Jahre dürfen die Cuvées reifen, um Struktur, Energie und innere Spannung zu entwickeln. Entwicklung wird nicht beschleunigt, sondern zugelassen.
Die Cuvées tragen diese Handschrift sichtbar in sich. IRIZÉE, benannt nach der griechischen Götterbotin Iris, steht sinnbildlich für die Verbindung zwischen Erde und Himmel. TERRE D’IRIZÉE zeigt Frische und unmittelbare Fruchtigkeit, IRIZÉE MEUNIER bringt die Charakterstärke der Hauptrebsorte mit klarer Linie zum Ausdruck, während IRIZÉE CHARDONNAY – vollständig im Holz ausgebaut – die Tiefe eines Jahrgangs in ruhige Präzision übersetzt. Es sind Champagner mit Energie und prägnanter Direktheit. Sie zeigen Frucht, ohne sie auszuspielen, Struktur, ohne Schwere zu entwickeln. Weine, die offen sprechen und dennoch Raum lassen. In ihrer Klarheit liegt keine Strenge, sondern Konzentration. Und in ihrer Ruhe eine Form von Spannung, die lange nachklingt.
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