Champagne MOUSSÉ
Meunier & Herkunft
Eine kleine Straße in Cuisles trägt den Namen Eugène Moussé. Sie erinnert an einen Winzer, dessen Geschichte weit über den Weinbau hinausreicht. Cuisles liegt in einer kleinen, zur Marne geöffneten Seitensenke. Der steile Südhang, der das Dorf prägt, besteht aus grünem Ton – einem kargen, wärmespeichernden Boden, der dem Meunier eine besondere Spannung und Eigenständigkeit verleiht. Seit 1629 bewirtschaftet die Familie Moussé hier Weinberge. Seit 1880 ist sie fest in Cuisles verwurzelt – auf demselben Hang, der bis heute das Herzstück des Weinguts bildet.
1923 füllte Eugène Moussé die erste eigene Flasche Champagner. Der Schritt in die Selbstständigkeit entstand aus einer wirtschaftlichen Krise – und aus dem Wunsch nach Unabhängigkeit. Mit einer eigenen Presse und wenigen Fässern begann eine neue Phase der Familiengeschichte. Die Flaschen wurden zunächst mit dem Pferd zur Bahn gebracht, später mit dem ersten Automobil des Dorfes nach Paris transportiert. Es war ein Aufbau mit Geduld und Überzeugung.
Die 1940er Jahre stellten die Familie vor große Herausforderungen. Eugène und sein Sohn Edmond engagierten sich im Widerstand. 1944 wurden beide verhaftet. Die Familie musste schwere Verluste verkraften, doch das Weingut wurde mit Entschlossenheit weitergeführt. Suzanne Moussé übernahm Verantwortung, hielt die Arbeit im Weinberg aufrecht und sicherte das Fortbestehen des Hauses. Diese Haltung – Standhaftigkeit, Verantwortung, Zusammenhalt – prägt Champagne MOUSSÉ bis heute.
Nach dem Krieg entwickelte Edmond das Weingut weiter. Jean-Marc Moussé leitete früh ökologische Maßnahmen ein, begrühnte die Weinberge und bereitete die nachhaltige Ausrichtung vor, die heute selbstverständlich ist. 2009 entstand ein neuer, ökologisch konzipierter Keller, nahezu energieautark, mit Solaranlage und durchdachtem Kühlsystem. Produktion und Verantwortung gehören hier zusammen.
Heute führt Cédric Moussé das Gut in 12. Generation. Seit 2003 verantwortet er die Vinifikation, 2014 wurden synthetische Pflanzenschutzmittel vollständig aufgegeben. Die sieben Hektar familieneigener Weinberge liegen auf demselben Südhang zwischen Jonquery und Châtillon-sur-Marne. Rund 85 Prozent sind mit Meunier bepflanzt – einer Rebsorte, die hier nicht als Ergänzung, sondern als Identität verstanden wird.
Jede Parzelle wird separat gelesen, gepresst und vinifiziert. Die Reserveweine fließen in eine seit 2003 geführte Réserve Perpétuelle, die Kontinuität und Tiefe verleiht. Seit einigen Jahren verfolgt Cédric eine klare Linie: möglichst wenig Maskierung, geringe bis keine Dosage, minimale Eingriffe. Ziel ist es, den Ausdruck der grünen Tonböden unverstellt zu zeigen.
Die Champagner von MOUSSÉ verbinden Herkunft, Verantwortung und Präzision. Meunier zeigt hier Struktur, Spannung und eine eigenständige Mineralität. Keine Effekte, keine Überzeichnung – sondern Klarheit aus einem sehr spezifischen Ort im Vallée de la Marne.
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