Champagne CHARLES DUFOUR

Erfindergeist & Herkunft

Rund 120 Kilometer südwestlich des Marnetals verändert sich die Champagne spürbar. In Landreville, einem Dorf mit kaum 500 Einwohnern, wirkt das Licht weicher, die Temperaturen milder, die Landschaft weiter. Die Côte des Bar gehört geografisch bereits zur Aube, ihre Böden aus Lehm und Kalkstein unterscheiden sich deutlich von der reinen Kreide weiter nördlich. Hier entstehen Weine mit Substanz, mit Wärme, mit Kraft. Es ist eine Region, die nicht laut sein muss, um Charakter zu zeigen.

Die Geschichte der Familie Dufour beginnt 1956, als der Großvater die ersten Reben pflanzte und unter dem Namen „Robert Dufour et Fils“ Champagner produzierte. Seit 2007 führt Charles Dufour, Jahrgang 1982 und Winzer in fünfter Generation, rund sechs Hektar eigener Weinberge rund um Landreville weiter. 2010 stellte er konsequent auf ökologischen Weinbau um, Ecocert-zertifiziert, aus Überzeugung. Seine Mutter Françoise Martinot war die treibende Kraft hinter diesem Schritt und bewirtschaftet bis heute einige Parzellen selbst.

Charles Dufour bewegt sich zwischen Tradition und Experiment. Er ist kein lauter Revolutionär, aber ein Tüftler mit eigenem Kopf. Die erste Gärung erfolgt mit natürlichen Hefen in gebrauchten Eichenfässern. Die Weine werden weder geschönt noch filtriert, sie reifen bis zu einem Jahr im Fass, bevor sie in der Flasche ihre zweite Gärung durchlaufen. Dosage und Schwefel setzt er bewusst nicht ein. Seine Champagner tragen eine leicht oxidative Handschrift, die Struktur und Tiefe verleiht.

2016 entschied sich Dufour gegen den Trend zur Einzellage und bündelte seine Parzellen unter dem Namen „Bulles de Comptoir“. Ein bewusst gewählter Gegenentwurf zum Prestige-Denken: ein Brut Sans Année, der die sechs Weinberge rund um Landreville zusammenführt. Pinot Noir dominiert die Pflanzungen, ergänzt durch Chardonnay und etwas Pinot Blanc.

Seine Cuvées sind keine Gefälligkeit, sondern Haltung. Sie sind kraftvoll, eigenständig und fordern Aufmerksamkeit. Als Essensbegleiter zeigen sie Stärke, selbst neben gewürzintensiven Gerichten. In ihnen verbinden sich milderes Klima, lehmige Böden und der Erfindergeist eines Winzers, der lieber neue Wege geht, als bekannten Mustern zu folgen.


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