Champagne PHILIPPE GONET

Kreide & Präzision

Le Mesnil-sur-Oger ist ein Name, der in der Champagne leise ausgesprochen wird. Ein Grand Cru der Côte des Blancs, geprägt von heller Kreide, salziger Frische und einer Strahlkraft, die weniger laut als präzise ist. Hier, wo der Boden fast weiß schimmert und Chardonnay zu seiner klarsten Form findet, liegt das Fundament der Familie Gonet.

Seit 1830 ist der Name mit diesem Ort verbunden. Die ersten Keller wurden bereits 1783 in die Kreide gegraben – lange bevor das Haus offiziell gegründet wurde. Sie sind bis heute das Herz des Weingutes. In ihrer kühlen, gleichmäßigen Dunkelheit reifen nicht nur aktuelle Jahrgänge, sondern auch historische Flaschen aus 1893, 1959, 1964 und 1975 – stille Zeugen einer langen, fortgeführten Handschrift.

Als Philippe Gonet früh verstarb, standen seine Kinder Chantal Brégeon-Gonet und Pierre Gonet vor einer Zäsur. Sie waren Anfang zwanzig, geprägt von Ausbildung und Aufbruch: sie mit technischem Hintergrund und internationaler Erfahrung, er mit Studium der Vitikultur und Önologie in Beaune. 2001 übernahmen sie gemeinsam die Verantwortung für das Familiengut in siebter Generation. Aus Verlust wurde Entschlossenheit. Aus Tradition eine bewusste Fortführung.

Heute bewirtschaftet die Familie rund 23 Hektar, verteilt auf 35 Parzellen. Le Mesnil-sur-Oger bildet das Zentrum, ergänzt durch Oger und Vertus an der Côte des Blancs, Lagen in der Montagne de Reims, im Vallée de la Marne und in Montgueux. Jede Parzelle wird separat betrachtet, gelesen, vinifiziert. Die Kreide bleibt dabei der innere Bezugspunkt – jenes geologische Erbe eines uralten Meeres, dessen fossile Struktur bis heute die Mineralität der Weine prägt.

Pierre verantwortet die Arbeit im Weinberg und im Keller. Sein Stil ist auf Präzision ausgerichtet: klare Linien, definierte Texturen, eine ruhige, durchdrungene Mineralität. Die Trauben werden parzellenweise gelesen und schonend gepresst, die Moste einzeln ausgebaut. Zeit ist dabei kein kalkulierter Faktor, sondern Teil der Haltung. Drei Jahre Reife für die Non-Vintage-Cuvées, fünf Jahre und mehr für Jahrgänge sind Ausdruck dieses Verständnisses.

Chantal trägt die Handschrift des Hauses in die Welt. Als Mitglied von „La Transmission – Femmes en Champagne“ steht sie für eine Generation von Frauen, die Führungsverantwortung in der Region sichtbar und selbstverständlich machen.

Die Cuvées von PHILIPPE GONET sind logische Konsequenz dieser Haltung. Blanc de Blancs aus Grand-Cru-Lagen bilden das Zentrum. Sie erkunden die Nuancen von Le Mesnil – salzig, kreidig, lichtdurchzogen. Ergänzt werden sie durch charaktervolle Kompositionen, die das Prinzip des Assemblage ehren, ohne den Ursprung zu verwischen. Jede Cuvée ist weniger Inszenierung als Interpretation: eine Annäherung an die stille Kraft der Kreide.

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