Champagne DRAPPIER

Pinot Noir & Herkunft

Wer nach Urville reist, spürt schnell, dass hier Zeit nicht nur vergeht, sondern sedimentiert. Die Côte des Bar, jener südliche Teil der Champagne auf dem Weg nach Chablis, trägt in ihren Böden das Erbe des Kimmeridgiums – jenen jurassischen Kalkstein, der auch die großen Weißweine Burgunds prägt. In Urville errichteten Zisterziensermönche bereits im 12. Jahrhundert Kellergewölbe, die bis heute genutzt werden. Die Nähe zur Abtei Clairvaux ist kein historisches Detail, sondern Teil einer kulturellen Kontinuität, in der Weinbau immer auch Handwerk, Disziplin und Überzeugung bedeutete.

Seit 1808 bewirtschaftet die Familie Drappier hier eigene Weinberge. 1951 füllte André Nicolas Drappier die erste Flasche Champagner. Heute führt Michel Drappier das Haus, unterstützt von seinen Kindern Hugo, Charline und Antoine. Drei Generationen arbeiten gemeinsam – nicht als Geste, sondern als gelebte Struktur. Während Hugo zunehmend Verantwortung im Keller übernimmt, begleitet Antoine die Arbeit mit Pferden im Weinberg und treibt die ökologische Ausrichtung voran. Charline prägt die kommunikative Seite des Hauses und engagiert sich bei „La Transmission – Femmes en Champagne“.

Die Rebflächen sind klar vom Pinot Noir geprägt. Rund siebzig Prozent der Weinberge sind mit dieser Rebsorte bepflanzt – eine bewusste Entscheidung für Struktur, Tiefe und gastronomische Eignung. Chardonnay und Meunier ergänzen, hinzu kommen historische Sorten wie Arbanne, Petit Meslier, Blanc Vrai oder Fromenteau. Drappier versteht Tradition nicht als Rückblick, sondern als Verantwortung. Seltene Rebsorten werden nicht museal gepflegt, sondern aktiv vinifiziert. Auch Voltis, eine neue pilzresistente Sorte, wird erprobt.

Im Keller setzt das Haus auf Zurückhaltung. Vergoren wird in Edelstahl oder gebrauchtem Holz, häufig mit minimalem oder ganz ohne Schwefel. Filtration und Kaltstabilisierung werden vermieden. Die Dosage bleibt niedrig, viele Cuvées entstehen als Brut Nature oder Extra Brut. Selbst große Formate – von der Demi bis zum Melchisédech – werden einzeln gerüttelt und degorgiert.

Die Cuvées sind keine stilistischen Experimente, sondern logische Fortsetzungen dieser Haltung. Carte d’Or steht für die klassische Ausprägung des Hauses. Quattuor verbindet vier weiße Rebsorten zu einer ungewöhnlichen, historischen Komposition. Rosé de Saignée und Brut Nature Sans Soufre zeigen Pinot Noir in direkter, klarer Form. Drappier steht für eine Côte des Bar, die eigenständig geworden ist – kraftvoll, präzise und zunehmend ökologisch geprägt.

Die aktuell verfügbaren Cuvées finden Sie in der Kategorie DRAPPIER.